Ganz schön crazy ...?

... oder einfach nur genial!?

Die Aufgabenstellung

Nicht viele Unternehmen haben den Wunsch – und wie in diesem Falle – auch die Freiheit, eine Straßenkarte völlig entgegen aller Normen zu gestalten.

Die Arbeitsgemeinschaft deutscher Kunstvereine (AdKV) ist jedoch durch die Schaffung eines zentralen Projektbüros mit einer ganz besondere Aufgabenstellung an Kober-Kümmerly+Frey herangetreten: Es galt, die Interessen der regional agierenden Mitglieder der AdKV zu bündeln und deren Standorte in Form einer Deutschlandkarte zu dokumentieren. Der Schwerpunkt in der Aufgabenstellung lag nicht bei den kartografischen Details, sondern vielmehr in der Wirkung der Karte an sich. Die Präsenz der Mitglieder in ganz Deutschland sollte in erster Linie "ins Auge fallen" und mit rückseitig aufgeführten Adressen, Telefonnummern und Öffnungszeiten die Kontaktaufnahme erleichtern.

Liegt es für Kunstvereine nicht nahe, gestalterisch einmal völlig andere Wege zu gehen? Die Kreativität unserer Kundin auf der einen und das fachliche Know-how von Kober-Kümmerly+Frey auf der anderen Seite fügten sich zu einem idealen Team. Gemeinsam wurde am Bildschirm so lange gefeilt, bis das gewünschte Ergebnis vorlag:

Die Konzeption 

Wie alle anderen Substanzen liegt auch die Deutschlandkartografie in einer Art „Standardversion” volldigitalisiert vor. Dabei können sämtliche Details der Karte verändert oder gar ausgeblendet werden. Das sich ergebende Kartenbild wird von so vielen Komponenten bestimmt, dass schon kleinste Veränderungen (z.B. Strichstärken) einen völlig anderen Gesamteindruck erwecken können.

Es wurde somit als erstes eine Bereinigung der Inhalte vorgenommen. Letztlich waren nur die Gewässer, das Fernstraßennetz und die Orte der Mitglieder von Belang, „überflüssige” Inhalte wurden entfernt. Im zweiten Schritt wurde überlegt, wie eine Standortmarkierung wohl am besten „ins Auge fallen” würde. Ein Lösungsansatz lag förmlich auf dem Schreibtisch: Ein Neon-Marker! Dies war der Punkt, an dem auch unsere Diplom-Ingenieure der Kartografie sich geschlagen gaben und (fast) alle Normen der Kartografie über Bord warfen. Schließlich passten brombeerfarbene Autobahnen dann doch besser zu Neongelb, und wenn schon ein wenig „giftig”, dann richtig! Die rückseitig aufgeführten Adressen der Mitglieder wurden farblich entsprechend angepasst und die Karte bekam langsam Ihr finales Aussehen.

An dieser Stelle galt es nun ein weiteres Problem zu lösen: Alle bisherigen Preisgespräche basierten auf einer Umsetzung in Euroskala, und nun gab es eine Sonderfarbe zusätzlich: Die Idee „Neon” schien weitere Kosten für eine 5. Farbe zu verursachen.

Aber auch diese „Schwierigkeit” konnte mit einem Kunstgriff aus der Welt geschafft werden. Wenn gelb doch ein Bestandteil der Euroskala ist, warum dann dieses nicht einfach durch Neongelb ersetzen? Hat schließlich noch keiner versucht! Kurzfristig in Auftrag gegebene Andrucke lieferten derart verblüffende Ergebnisse, dass aus einer Idee schnell Überzeugung wurde, denn auch das Fotomotiv auf der Kartenrückseite erhielt so einen ganz besonderes „Leuchten”. Und auch der für die Kunst so typische Spruch lässt sich – wenn auch leicht abgewandelt - prima anwenden: Über Geschmack lässt sich streiten. Aber schön, dass über die AdKV gesprochen wird!